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Voices of openBIM – Interview mit Dieter Froyen

Vortragende

Die Moderation erfolgte durch Jan Morten Loës.

Der interviewpartner ist Dieter Froyen von buildingSMART Benelux

Beschreibung

Dieter Froyen kommt aus der Bauausführung und verfügt über langjährige Erfahrung auf Auftragnehmerseite. Seine berufliche Perspektive ist stark durch die praktische Projektabwicklung geprägt. Innerhalb der buildingSMART Community ist er als Chair des Benelux Chapters tätig, das Belgien, die Niederlande und Luxemburg umfasst.

Sein Beitrag zur openBIM-Entwicklung liegt insbesondere in der Verbindung von praktischer Baupraxis mit strategischen Fragestellungen rund um Standardisierung, Ausbildung, Marktdurchdringung und nutzerzentrierter Anwendung offener Standards.

Zusammenfassung

From a contextual perspective…
Das Interview mit Dieter Froyen verortet openBIM klar in einer Übergangsphase von einer technologiegetriebenen Innovation hin zu einer etablierten Methodik, die zunehmend integraler Bestandteil realer Projekte wird. Dieter Froyen spricht dabei aus einer Perspektive, die stark in der praktischen Bauausführung verankert ist. Er kommt aus der Bauindustrie, hat lange für einen Auftragnehmer gearbeitet und beschreibt openBIM als Thema, das ihn von Beginn an stark überzeugt hat. Gerade dadurch erhält seine Einschätzung besonderes Gewicht: Sie kommt nicht aus einer rein theoretischen Standardisierungsperspektive, sondern aus der Erfahrung eines Marktes, in dem digitale Anforderungen tatsächlich in Projekten umgesetzt werden müssen.

From a market perspective…
Aus Marktsicht zeigt das Gespräch, dass openBIM-Adoption kein einheitlicher Schritt ist, sondern eine Lernkurve mit unterschiedlichen Reifegraden. Innerhalb des Benelux-Kontexts werden diese Unterschiede besonders sichtbar: Die Niederlande gelten als Vorreiter in der Anwendung offener BIM-Standards, während Belgien stärker von einer Bottom-up-Bewegung aus der Industrie geprägt ist und Luxemburg als kleinerer Markt ebenfalls wachsendes Interesse zeigt. Daraus ergibt sich eine zentrale Aufgabe für ein Chapter: Es muss nicht nur die fortgeschrittenen Anwender unterstützen, sondern auch jene Organisationen mitnehmen, die erst beginnen, den Nutzen offener Standards zu verstehen. openBIM wird damit nicht nur zu einer technischen Frage, sondern zu einer Frage von Vermittlung, Reifegradentwicklung und praktischer Anschlussfähigkeit.

A central observation is…
Eine zentrale Beobachtung des Interviews ist, dass die nächste Beschleunigung von openBIM nicht allein durch neue Standards entstehen wird. Entscheidend ist, ob offene Standards so in Software und Arbeitsprozesse übersetzt werden, dass Nutzer sie tatsächlich sicher, verständlich und produktiv anwenden können. Dieter Froyen beschreibt, dass viele Nutzer nicht mit der technischen Komplexität von Standards belastet werden sollten. Sie müssen nicht jedes Detail der technischen Implementierung verstehen, sondern sollen sich auf Daten, Inhalte und Anwendung konzentrieren können. Daraus lässt sich eine strategische These ableiten: openBIM entfaltet sein volles Potenzial dort, wo Softwarelösungen Nutzeranforderungen, Datenqualität und praktische Anwendung konsequent in den Mittelpunkt stellen.

From a technical standpoint…
Aus technischer Sicht verschiebt Dieter Froyen den Fokus von der reinen Standarddefinition hin zur Nutzbarkeit der Standards. Er spricht über die Rolle von Softwareentwicklern, technische Komplexität zu reduzieren und Prozesse einfacher zugänglich zu machen. Damit wird deutlich, dass die Softwareindustrie eine zentrale Verantwortung trägt: Sie muss offene Standards nicht nur formal unterstützen, sondern diese in Workflows übersetzen, die für reale Nutzer funktionieren. Ergänzend wird AI als möglicher Verstärker beschrieben. AI kann helfen, Datenqualität zu verbessern, IFC-Klassen besser zu erkennen und Modelle über natürlichere Interaktionen abfragbar zu machen. Gleichzeitig betont das Gespräch implizit, dass AI nur dort wirkungsvoll eingesetzt werden kann, wo strukturierte, verlässliche openBIM-Daten vorhanden sind.

Looking ahead…
Mit Blick nach vorn zeigt das Interview, dass die nächste Phase der openBIM-Adoption stark davon abhängen wird, wie gut unterschiedliche Nutzergruppen unterstützt werden. Neue Anwender benötigen einfache Zugänge, klare Erklärungen und Software, die Komplexität reduziert. Fortgeschrittene Anwender benötigen spezifischere Funktionen, bessere Datenqualität und Möglichkeiten, offene Standards tiefer in ihre Prozesse zu integrieren. Die Zukunft von openBIM liegt daher nicht nur in der Weiterentwicklung von IFC, bSDD oder IDS, sondern in der Fähigkeit, diese Grundlagen in nutzerzentrierte und skalierbare Arbeitsweisen zu überführen. Wenn Softwarelösungen diesen Schritt leisten, kann openBIM wesentlich stärker in die Breite wirken.

In a broader context…
Im größeren Zusammenhang zeigt das Interview mit Dieter Froyen, dass openBIM nicht nur als technisches Standardisierungsprojekt verstanden werden sollte. Es ist ein Transformationsprozess, der Marktakteure mit unterschiedlichen Reifegraden, Softwarehersteller, Auftraggeber und Anwender zusammenbringen muss. Besonders relevant ist dabei die Frage, wie technische Interoperabilität in praktische Nutzbarkeit übersetzt wird. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, ob openBIM von einer Expertendomäne zu einer breit angewendeten Grundlage digitaler Zusammenarbeit wird. Dieters Beitrag ist deshalb strategisch wichtig: Er macht sichtbar, dass der Erfolg von openBIM davon abhängt, ob Standards für Menschen und Organisationen einfacher anwendbar werden.

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