Vorträge

⌘K
  1. Start
  2. /
  3. Vorträge
  4. /
  5. Porto Summit 2026
  6. /
  7. Voices of openBIM – Inter...

Voices of openBIM – Interview mit Scott Beasley

Vortragende

Die Moderation erfolgte durch Tina Krischmann.

Der Interviewpartner ist Scott Beasley von GeometryGym.

Beschreibung

Scott Beasley bringt in die Serie „Voices of openBIM“ eine langjährige internationale openBIM-Perspektive ein. Er ist seit etwa 2005 mit buildingSMART und IFC verbunden und hat die Entwicklung offener Standards über nahezu zwei Jahrzehnte begleitet. Sein Interview verbindet technische Erfahrung, praktisches Verständnis für Modell- und Datenaustausch sowie eine klare Einschätzung dazu, warum openBIM nicht nur eine technische, sondern vor allem auch eine menschliche und organisatorische Herausforderung ist.

Das Gespräch zeigt, dass viele grundlegende Fragen der openBIM-Implementierung seit Jahren bekannt sind: Der Wert offener Standards ist fachlich hoch, aber ihre breite Anwendung hängt davon ab, ob Menschen, Organisationen, Projektteams und Softwareumgebungen zuverlässig damit arbeiten können. Scott beschreibt IFC als langfristig tragfähige, textbasierte und datenreiche Grundlage für Bauwerksinformationen. Gleichzeitig betont er, dass die nächste Entwicklungsstufe weniger in immer neuen technischen Lösungen liegt, sondern in einer besseren, konsistenteren und menschenzentrierten Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten.

Zusammenfassung

From a contextual perspective…
Das Interview mit Scott Beasley ordnet openBIM aus einer sehr langfristigen Perspektive ein. Scott ist seit etwa 2005 mit buildingSMART und IFC verbunden und hat die Entwicklung offener Standards über viele Jahre beobachtet und mitgetragen. Dadurch blickt er nicht nur auf aktuelle Trends, sondern auch auf die wiederkehrenden Herausforderungen der letzten zwei Jahrzehnte. Seine zentrale Einschätzung ist, dass viele technische Möglichkeiten schon lange vorhanden sind, die eigentliche Herausforderung aber weiterhin darin besteht, den Wert dieser Möglichkeiten in der Branche verständlich, verlässlich und praktisch nutzbar zu machen.

From a market perspective…
Aus Marktsicht beschreibt Scott eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Potenzial von openBIM und der Geschwindigkeit seiner praktischen Adoption. Bereits in den frühen Jahren waren die Erwartungen hoch, dass offene Standards viele Probleme der Branche lösen würden. Rückblickend ist jedoch sichtbar, dass technische Qualität allein nicht ausreicht. Die Branche stellt andere Fragen, arbeitet in wechselnden Projektteams, folgt unterschiedlichen Vertrags- und Organisationslogiken und muss den Nutzen offener Standards in konkreten Arbeitsprozessen erkennen. openBIM muss daher nicht nur technisch richtig, sondern auch organisatorisch anschlussfähig sein.

A central observation is…
Eine zentrale Beobachtung des Interviews ist, dass Scott den „people challenge“ besonders stark betont. Projekte bringen Teams temporär zusammen, die erst lernen müssen, miteinander zu arbeiten. Am Ende des Projekts lösen sich diese Teams wieder auf, und im nächsten Projekt beginnt der Lernprozess erneut. Scott vergleicht dies mit einer Sportmannschaft, die bei jedem Spiel neu zusammengesetzt wird. Dadurch gehen wertvolle Erfahrungen, eingespielte Zusammenarbeit und gemeinsam entwickelte Arbeitsweisen häufig verloren. openBIM kann hier nur dann Wirkung entfalten, wenn es nicht nur als Datenstandard, sondern auch als gemeinsames Arbeits- und Kommunikationsfundament verstanden wird.

From a technical standpoint…
Aus technischer Sicht unterstreicht Scott die besondere Stärke von IFC als langfristig lesbare, textbasierte und datenreiche Struktur. Ein IFC-Modell kann auch nach vielen Jahren noch geöffnet, gelesen und verstanden werden, während proprietäre Formate über lange Zeiträume deutlich größere Risiken bergen. Gleichzeitig verweist Scott darauf, dass IFC nicht nur Geometrie und Eigenschaften beschreibt, sondern auch Beziehungen: zwischen Objekten, Räumen, Bauteilen, Informationen und Nutzungskontexten. Genau diese Relationen machen IFC für Integration, Abfragen, Asset Management, Nachhaltigkeit und künftige AI-Anwendungen besonders wertvoll.

Looking ahead…
Mit Blick nach vorn sieht Scott großes Potenzial in IFC4.3 und der Erweiterung des Schemas in Richtung Infrastruktur. Gerade große Projekte profitieren davon, wenn Gebäude, Infrastruktur, Geometrie, Daten und Beziehungen in einem integrierten Informationsmodell zusammengeführt werden können. Gleichzeitig macht er deutlich, dass die nächste Entwicklungsstufe nicht nur in weiteren technischen Funktionen liegen wird. Viele Möglichkeiten von IFC werden bereits heute zu wenig genutzt, etwa im Bereich Kosten, Bauablauf, Asset Management, Garantien oder Umweltinformationen. Die entscheidende Aufgabe besteht daher darin, vorhandene Fähigkeiten besser, konsistenter und breiter in der Praxis anzuwenden.

In a broader context…
Im größeren Kontext der Serie steht Scott Beasley für eine erfahrene, technisch fundierte und zugleich menschenzentrierte openBIM-Perspektive. Sein Interview erinnert daran, dass offene Standards langfristige Stabilität, Datenhoheit und Integrationsfähigkeit ermöglichen, ihre Wirkung aber erst durch Menschen, Prozesse und verlässliche Anwendung entfalten. Damit ergänzt er die bisherigen Stimmen um eine wichtige Langzeitperspektive: openBIM braucht technische Standards, aber ebenso Kontinuität, Vertrauen, gemeinsame Sprache und die Fähigkeit, aus Projekten nicht nur Daten, sondern auch Arbeitsweisen und Erfahrungen mitzunehmen.

Tags
Still stuck? Contact

Wie können wir helfen?

Don`t copy text!