Vortragende
Die Moderation erfolgte durch Tina Krischmann.
Die Interviewpartnerin ist Birgitta Schock von SIA und buildingSMART Switzerland.
Beschreibung
Birgitta Schock ist eine prägende Stimme im Schweizer openBIM-Kontext. Sie verbindet praktische Erfahrung aus Architektur, Planung und Informationsmanagement mit langjährigem Engagement in Normung, buildingSMART Switzerland und internationalen buildingSMART-Aktivitäten. In ihrem Interview wird besonders deutlich, wie eng openBIM mit Prozessverständnis, Informationsanforderungen, Qualitätssicherung und der Fähigkeit verbunden ist, unterschiedliche Akteure einer fragmentierten Branche auf ein gemeinsames methodisches Fundament zu bringen.
Das Gespräch zeigt die Schweiz als einen Markt, in dem openBIM nicht nur über technische Standards diskutiert wird, sondern stark über Prozesse, Rollen, Verantwortlichkeiten und konkrete Anwendungsfälle. Birgitta beschreibt openBIM als gemeinsames Verständnis dafür, welche Informationen wann, von wem, in welcher Qualität und für welchen Zweck benötigt werden. Damit steht ihr Interview innerhalb der Serie für eine besonders prozess- und informationsorientierte Perspektive auf openBIM.
Zusammenfassung
From a contextual perspective…
Das Interview mit Birgitta Schock ordnet openBIM aus einer Schweizer Perspektive ein, die stark durch Prozesse, Informationsmanagement, Normung und praxisnahe Umsetzung geprägt ist. Birgitta steht für eine Sichtweise, in der openBIM nicht auf IFC oder einzelne technische Standards reduziert wird. Vielmehr geht es darum, die Zusammenarbeit in einer fragmentierten Branche so zu strukturieren, dass Informationen über Rollen, Projektphasen und Organisationen hinweg verständlich, überprüfbar und nutzbar bleiben. Damit bringt sie eine Perspektive ein, die besonders gut zeigt, warum openBIM immer auch eine Frage von Prozesskultur, Verantwortlichkeiten und gemeinsamem Verständnis ist.
From a market perspective…
Aus Marktsicht zeigt Birgitta, dass die Schweiz openBIM sehr stark über konkrete Anwendungsfälle, strukturierte Informationsanforderungen und institutionelle Zusammenarbeit weiterentwickelt. buildingSMART Switzerland, SIA und weitere Akteure schaffen dabei einen Rahmen, in dem digitale Methoden nicht als isolierte Softwarefrage behandelt werden, sondern als Teil einer breiteren Transformation der Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse. Entscheidend ist, dass der Markt nicht nur Standards kennt, sondern versteht, wie diese Standards in Projekten angewendet werden müssen. Genau hier wird die Rolle von Guidelines, Use Cases, Ausbildung und gemeinsamer Terminologie besonders wichtig.
A central observation is…
Eine zentrale Beobachtung des Interviews ist, dass openBIM nur dann wirksam wird, wenn Informationsanforderungen präzise formuliert und über den gesamten Prozess hinweg verstanden werden. Birgitta betont damit eine Grundfrage, die für viele Märkte entscheidend ist: Welche Information wird zu welchem Zeitpunkt, in welcher Qualität, von welchem Akteur und für welchen Zweck benötigt? Diese Frage ist wesentlich, weil digitale Modelle nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führen. Erst wenn Informationsbedarfe klar beschrieben, Verantwortlichkeiten definiert und Prozesse darauf ausgerichtet werden, können offene Standards ihren eigentlichen Nutzen entfalten.
From a technical standpoint…
Aus technischer Sicht zeigt Birgittas Perspektive, dass openBIM nicht bei der technischen Datenübergabe endet. IFC, bSDD, IDS, Use Case Management und weitere buildingSMART-Ansätze müssen in eine konsistente Informationslogik eingebettet werden. Technische Standards sind dabei notwendig, aber nicht ausreichend. Sie müssen mit Prozessmodellen, Informationsanforderungen, Prüfregeln, Rollenbildern und Qualitätsmechanismen verbunden werden. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt von der reinen Austauschbarkeit von Modellen hin zur Frage, ob die richtigen Informationen in einer überprüfbaren und zweckdienlichen Form bereitgestellt werden.
Looking ahead…
Mit Blick nach vorn steht Birgittas Interview für die Notwendigkeit, openBIM noch stärker in Ausbildung, Kompetenzaufbau und institutionelle Strukturen zu integrieren. Professional Certification, gemeinsame Guidelines und praxisnahe Use Cases können helfen, ein konsistenteres Verständnis in der Branche aufzubauen. Besonders wichtig ist dabei, dass openBIM nicht als Spezialwissen einzelner Expertinnen und Experten verbleibt, sondern in die Breite der Projektorganisationen gelangt. Die nächste Entwicklungsstufe besteht daher nicht nur in neuen technischen Möglichkeiten, sondern in der Fähigkeit, Informationsmanagement als gemeinsame professionelle Praxis zu verankern.
In a broader context…
Im größeren Kontext der Serie steht Birgitta Schock für die prozess- und informationsorientierte Dimension von openBIM. Ihr Interview ergänzt technische, softwarebezogene und marktstrategische Perspektiven, indem es die Frage stellt, wie offene Standards tatsächlich in verlässliche Arbeitsweisen übersetzt werden. Dadurch wird deutlich, dass openBIM nicht nur durch bessere Schnittstellen erfolgreich wird, sondern durch ein gemeinsames Verständnis von Informationsbedarf, Qualität, Verantwortung und Zusammenarbeit. Gerade diese Verbindung von Praxis, Normung und Community-Arbeit macht die Schweizer Perspektive innerhalb der Serie besonders wertvoll.
