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Voices of openBIM – Interview mit Ville Alajoki

Vortragende

Die Moderation erfolgte durch Tina Krischmann.

Der interviewpartner ist Ville Alajoki von buildingSMART Finnland

Beschreibung

Ville Alajoki ist bei der Stadt Helsinki tätig und leitet ein PMO für große Infrastrukturprojekte (bspw. das Crown Bridges – Project). Innerhalb der buildingSMART Community ist er Chair von buildingSMART Finland. Sein beruflicher Kontext verbindet damit öffentliche Auftraggeberperspektive, Infrastrukturprojektmanagement und die Weiterentwicklung von openBIM in einem nationalen Chapter-Kontext. 

Im Interview bringt Ville eine besonders prozessorientierte Perspektive ein. Er betrachtet BIM und openBIM nicht primär als Software- oder Technologiethema, sondern als Bestandteil einer größeren Entwicklung hin zu besseren, schlankeren und stärker informationsbasierten Bauprozessen. Seine Aussagen verknüpfen openBIM mit Lean Construction, relevanten Daten, Reifegraden und kulturellem Wandel.

Zusammenfassung

From a contextual perspective…
Das Interview mit Ville Alajoki verschiebt den Blick von BIM als technologischem Werkzeug hin zu BIM als Teil einer umfassenderen Prozesslogik. Ville beschreibt, dass Technologie zwar sehr viel möglich macht, die eigentliche Herausforderung jedoch in der Interaktion zwischen Menschen liegt. Damit wird deutlich, dass die zentrale Schwierigkeit nicht allein in Software, Datenformaten oder technischen Schnittstellen besteht, sondern in der Frage, wie Organisationen und Projektteams ihre Zusammenarbeit verändern. BIM ist in dieser Perspektive kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das nur dann wirksam wird, wenn es in passende Prozesse eingebettet ist.

From a market perspective…
Aus Marktsicht zeigt Ville, dass auch in einem vergleichsweise fortgeschrittenen Umfeld wie Finnland noch ein weiter Weg zu gehen ist. BIM wird häufig noch als Werkzeug für Planer verstanden und nicht ausreichend als Werkzeug für den gesamten Prozess. Diese Beobachtung ist strategisch relevant, weil sie zeigt, dass selbst Märkte mit hoher digitaler Erfahrung weiterhin mit der Frage ringen, wie Informationen wirklich prozessübergreifend genutzt werden können. Die Herausforderung liegt daher nicht nur darin, digitale Werkzeuge einzuführen, sondern deren Rolle im gesamten Wertschöpfungsprozess neu zu bestimmen.

A central observation is…
Eine zentrale Beobachtung des Interviews ist, dass Ville Alajoki BIM nicht isoliert als Software- oder Modellierungsthema betrachtet. Er versteht BIM vielmehr als Methode innerhalb eines größeren Systems aus Werkzeugen, Arbeitsweisen, Technologien und Informationsbedarfen. Entscheidend ist nicht das einzelne Tool, sondern die Fähigkeit, diese Elemente entlang der tatsächlichen Anforderungen eines Projekts zu konsolidieren. Damit verbindet Ville BIM unmittelbar mit Lean Construction, Informationsmanagement, AI und offenen Standards. Der eigentliche Wert entsteht dort, wo diese Elemente nicht nebeneinanderstehen, sondern in einem gemeinsamen methodischen Rahmen zusammenwirken.

From a technical standpoint…
Aus technischer Sicht betont Ville, dass AI ein möglicher Katalysator sein kann, aber keine eigenständige Lösung darstellt. AI braucht Daten; deshalb kann sie den Bedarf an strukturierten, qualitätsgesicherten Informationen sogar verstärken. Gleichzeitig verweist Ville darauf, dass Lean Construction langfristig wahrscheinlich der stabilere Treiber für Veränderung ist, weil Lean unmittelbar auf Prozessverbesserung, Vermeidung von Verschwendung und zielgerichtete Informationsnutzung ausgerichtet ist. Damit entsteht ein differenziertes Bild: AI kann Aufmerksamkeit und Geschwindigkeit erzeugen, aber nachhaltige Verbesserung entsteht durch bessere Prozesse, bessere Daten und eine klarere Ausrichtung auf den tatsächlichen Informationsbedarf.

Looking ahead…
Mit Blick nach vorn sieht Ville die größte Herausforderung weniger in der Technologie als in einem kulturellen Wandel. Organisationen müssen lernen, ihre Prozesse kontinuierlich zu verbessern, statt neue digitale Anforderungen als zusätzliche Belastung neben der eigentlichen Arbeit zu behandeln. Die Veränderung muss Teil der Arbeitskultur werden. Erst wenn Organisationen in eine Haltung kontinuierlicher Verbesserung kommen, können Werkzeuge, Standards und Technologien ihre Wirkung wirklich entfalten. Diese Aussage ist besonders relevant, weil sie openBIM als langfristigen Veränderungsprozess und nicht als kurzfristige Implementierungsaufgabe versteht.

In a broader context…
Im größeren Zusammenhang zeigt das Interview, dass openBIM, Lean Construction, AI und Informationsmanagement nicht getrennt betrachtet werden sollten. Sie sind Teile derselben Transformation: Die Bauwirtschaft muss lernen, Werkzeuge, Daten, Prozesse und Menschen stärker entlang gemeinsamer Informationsbedarfe zu organisieren. Ville Alajokis Beitrag ist deshalb für die Voices-of-openBIM-Reihe besonders wertvoll, weil er BIM als verbindende Methode sichtbar macht — nicht als einzelnes Tool, sondern als Rahmen, in dem unterschiedliche Technologien und Arbeitsweisen konsolidiert werden können. Damit ergänzt sein Interview die bisherige Serie um eine methodische und prozessuale Perspektive, die für die Weiterentwicklung von openBIM zentral ist.

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