Die BIM Methode zielt auf die Bereitstellung und Nutzung von menschen- und maschinenlesbaren Daten. Voraussetzung dafür ist eine klare und allgemeingültige Konvention, die über die regionalen- und herstellerspezifischen Besonderheiten hinweg eine reibungslose und korrekte Nutzung der Datensätze ermöglicht.
In der Projektierung, Realisierung und Bewirtschaftung eines Objekts ist zwischen den Prozess- und den Dokumentationsdaten zu unterscheiden. Dies gilt sowohl für die reale wie auch die digitale Form (digitaler Zwilling). Die ersten beiden Phasen decken eine verhältnismässig kurze Zeitspanne im Lebenszyklus eines Objekts ab, während der Betrieb den grössten Teil der Nutzung umfasst. Die Anforderungen an die BIM Daten unterscheiden sich in diesen beiden Zyklen wesentlich.
Die Definition des Level of Information Need baut auf der IFC7 –Struktur von buildingSMART International auf. IFC ist ein internationaler und offener Standard, der bestens für die Bereitstellung der geforderten Informationen geeignet ist und nicht die Einschränkung eines nativen Datenformates unterliegt. Wie jeder Standard stellt IFC den kleinsten gemeinsamen Nenner dar, sodass die Herausforderung in der Begrenzung der Übertragungsmöglichkeiten liegt. Beim IFC-Austausch wird deshalb die Parametrik der Informationscontainer nur begrenzt, aber in einem für alle nutzbaren und offenen Standardformat weitergegeben, das sich von IFC-Version8 zu IFC-Version weiterentwickelt. Wichtig: Die Version, die eingesetzt wird, muss definiert, getestet und als Teil der Austauschkonfiguration festgehalten werden.
Die Informationslieferung im Datenformat IFC ist ein Lieferergebnis eines Akteurs, einer Akteurin zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einer bestimmten Information und kann durch den Empfänger in seiner nativen Softwarelösung eingebunden, nicht aber bearbeitet und verändert werden. Damit entsteht die Notwendigkeit, zwischen dem nativen Format einer bestimmten Software für die Erstellung und das Editieren der Daten (z.B. ArchiCAD, Revit, Allplan, Vectorworks, etc.) und dem Austauschformat (z.B. PDF, IFC) zu unterscheiden. Die nativen Daten kommt bei Anwendungen zum Einsatz, in denen die Geometrie, die alphanummerische Information erstellt oder verändert wird. Das Datenformat IFC wird bei Anwendungen eingesetzt, in denen ein unveränderbares Lieferergebnis die Grundlage für die Koordination der Disziplinen, die Kontrolle oder die Nutzung der Daten ist.
Die Übertragung der Parametrik der Bauteile ist aktuell Gegenstand der Weiterentwicklung des IFC-Standards. Diese kommt hauptsächlich zum Einsatz, wenn die Modelle aktiv verändert werden – also während der Projektierung und Realisierung. In der Bewirtschaftungsphase spielt die Parametrik eine sehr untergeordnete Rolle. Wichtig zu wissen: Je komplexer die Parametrisierung eines Objekts ist, desto beschränkter sind die Möglichkeiten, diese von einer Software zu einer anderen zu übertragen.
Die Darstellungen mittels Texturinformationen sind je nach Anwendung zu werten. In der realen Bauwirtschaft werden sie nur punktuell verwendet, z.B. für die Visualisierung der Projekte zwecks Designkoordination oder Vermarktung. In der Bewirtschaftung sind sie kaum von Bedeutung.
Damit lässt sich der Anwendungsbereich von IFC in der Praxis heute hauptsächlich auf die geometrischen (Detaillierung, Dimension, Position) und alpha-nummerischen (Identifikation, Inhalt) Aspekte beschränken.
7 IFC Industry Foundation Classes: Offener internationaler Standard für den Austausch von digitalen Bauwerksmodellen nach SN EN ISO 16739
8 Aktuelle Versionen der IFC Industry Foundation Classes: https://technical.buildingsmart.org/standards/ifc/ifc-schema-specifications/
Copyright
Dieses Dokument ist als «Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International Lizenz» als Namensnennung – nichtkommerziell Weitergabe – unter gleichen Bedingungen lizenziert

