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Kapitel 9 – Schweizer Gebäudelabels (Label Typ I)

Die ISO 14024 legt die Grundsätze und Verfahren für die Entwicklung und Vergabe von Umweltzeichen des Labels Typ I fest. Diese Kennzeichnungen werden von einer neutralen Stelle zertifiziert und zeigen, wie umweltfreundlich ein Produkt im Vergleich zu anderen Produkten seiner Kategorie ist. Dabei werden verschiedene Umweltaspekte über die gesamte Lebensdauer des Produkts berücksichtigt. Die Norm bestimmt, wie die Produkte in Gruppen eingeteilt werden, welche Umweltkriterien und Qualitätsanforderungen für jede Gruppe gelten und wie die Einhaltung dieser Kriterien und Anforderungen überprüft und nachgewiesen wird.

Seit September 2023 sind die Gebäudelabels der Schweiz – Minergie, GEAK52, SNBS Hochbau53 und 2000-Watt-Areale – neu gestaltet54. Es stehen nur noch zwei Label für Gebäude und Areale plus der Gebäudeausweis der Kantone (GEAK) zur Verfügung. Das bisherige 2000-Watt-Areal wird neu vom Minergie-Areal55 und dem SNBS-Areal abgelöst. Die Grundlagen für die Berechnung des Energieverbrauchs und der Umwelt-Emissionen wurden vereinheitlicht. Das betrifft konkret den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen beim Betrieb des Gebäudes. Neu basieren alle Berechnungsmethoden auf der Normierung des GEAK. Beim GEAK gibt es seit Anfang 2023 eine dritte Skala zu den direkten CO2-Emissionen.

Zudem wurden die Minergie-Standards wesentlich verschärft, vor allem in den Bereichen Eigenstromproduktion, Treibhausgasemissionen beim Bau, Heizwärmebedarf und Wärmeschutz im Sommer. Minergie heisst, dass die Gebäude insgesamt weniger Energie verbrauchen und zukunftstauglicher bezüglich Hitzeschutz sind.

Der SNBS-Hochbau umfasst neu nur noch 35 statt 45 Kriterien. Weiterhin werden aber alle Bereiche der Nachhaltigkeit (Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt) berücksichtigt.

Alle Zertifizierungsanträge können auf derselben Label-Plattform erfasst und eingereicht werden. So lassen sich die unterschiedlichen Label bereits bei der Antragsstellung vergleichen, zudem sind Mehrfachzertifizierungen möglich. Der Aufwand für die Zertifizierung sinkt dadurch für Antragstellende und Zertifizierungsstellen.

admin.ch Medienmitteilung - Vom Labelsalat zur Labelfamilie: Was neu wird bei den Label im Gebäudebereich
Abbildung 5: admin.ch Medienmitteilung – Vom Labelsalat zur Labelfamilie: Was neu wird bei den Label im Gebäudebereich

Mit den Gebäudelabels soll unter anderem der gesamte Primärenergieverbrauch niedrig gehalten werden. Zudem soll der Anteil der nicht erneuerbaren Primärenergie zugunsten erneuerbarer Primärenergie reduziert werden. Die Reduktion der Treibhausgase geht meist mit der Reduktion des Energieverbrauchs einher, kann in einzelnen Fällen aber diametrale Anreize schaffen. Aus diesem Grund bleibt die Primärenergie ein wichtiger Indikator in der Lebenszyklusbetrachtung, insbesondere angesichts der aktuellen Energieverknappung. Um durch die Reduktion der Treibhausgase keine unbeabsichtigten negativen Anreize zu schaffen, ist es daher wichtig, sämtliche Umweltauswirkungen im Auge zu behalten. Ökobilanzdaten liefern heute weitere interessante Resultate wie zum Beispiel die Information, wie viel Energie am Ende es Lebenszyklus aus den Baumaterialien zurückgewonnen werden kann oder wie viel Kohlensoff über den Lebenszyklus des Bauwerks gespeichert wird.

52 GEAK

53 SNBS Hochbau

54 admin.ch: Vom Labelsalat zur Labelfamilie: Was neu wird bei den Label im Gebäudebereich

55 Minergie

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